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Willkommen im
Fotoalbum von HERBERT WERNER |
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7.5.2013 – 10.5.2013 bzw. 4.6.2013 – 8.6.2013 und
17.9.2015: „Thayatalweg 630“ (10 Wanderungen, insgesamt 201 km). Der Thayatalweg
630 beginnt am Nebelstein und führt durch das nördliche Waldviertel und den
Nationalpark Thayatal nach Retz im Weinviertel. Der Weg führt
durch die hügelige Waldviertler Landschaft, es sind keine großen
Höhenunterschiede zu überwinden.
Der im Jahr
2013 fehlende Abschnitt zwischen Drosendorf und Geras habe ich im September
2015 nachgeholt.
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1. Etappe 7.5.2012 (9,8 km)
Nebelstein – Weitra
Nach einer
etwas länger dauernden Bahn- bzw. Busanreise begannen wir bei trockenem Wetter
um 15 Uhr 30 den Thayatalweg – genau an jener Bushaltestelle, an der wir im
Vorjahr den Nordwaldkammweg beendet hatten und zwar am Fuß des Nebelsteins,
in Maißen.
Wir hatten für
den 1. Tag nur eine kurze Etappe geplant und wanderten zunächst einmal nach
Norden, in Richtung Moorbad Harbach.
Nachdem wir
den Ort „Wultschau“ passierten, ging es weiter
durch dichten Wald, bis wir wieder ans Ufer des Wultschaubaches
kamen.
Nach dem Zusammenfluss des Wultschaubachs
mit der Lainsitz nennt sich das Tal „Gabrielental“.
Dieses kleine Marterl fordert die Wanderer auf, „das Türl
aufzumachen“. Wir folgten
dem Flusslauf dem parallel dazu angelegten Mühlbach und erreichten kurze Zeit
später die älteste Braustadt Österreichs, Weitra, die schon im Jahre 1201
gegründet wurde.
Überragt wird
die Stadt durch das am Schlossberg liegende Schloss Weitra, welches sich schon
seit 1607 im Besitz der Familie Fürstenberg befindet.
Besonders
schön ist der Rathausplatz mit seinen alten Bürgerhäusern. Bemerkenswert ist
das Haus Rathausplatz 4, an dem sich schöne, aus der Zeit um 1580 stammende Sgraffitomalerein befinden.
Aus dem Jahr
1748 stammt die Dreifaltigkeitssäule, die sich unmittelbar vor dem Brauhaus
befindet, in dem wir uns nicht nur stärkten, sondern auch übernachteten.
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2. Etappe 8.5.2013 (19,1 km) Weitra – Gmünd
Der nächste Morgen zeigte sich von seiner
schönsten Seite. Blauer Himmel und Sonnenschein begleiteten uns, als wir
Weitra durch das Zwettler Tor verließen.
Das Zwettler Tor wurde 1526 errichtet
und ist ein Teil der noch heute erhaltenen mittelalterlichen Stadtbefestigung
Weitras.
Der Thayatalweg kreuzt nun einige
Male die Gleise der Waldviertler Schmalspurbahn, ehe wir an einigen, für die
Gegend typischen Karpfenteichen vorbeikamen – hier passieren wir den Ulreichsteich.
Danach
überqueren wir auf einer alten Steinbrücke den Buschenbach.
Hier ging es dann ein kurzes Stück
weglos über einen Acker, bis wir wieder den Weg erreichten, der uns durch den
Eisengraben führte.
Hier kamen
wir an einem eher ungewöhnlichem Marterl vorbei.
Nachdem wir durch Dietmanns
gingen und auch den Nachbarort Guggaberg
durchquerten, erreichten wir wieder den Wald, in dem es immer wieder kleine
Kunstwerke zu sehen gab und zwar einen Bildstock mit dem weißen Hirsch, der
in der Sage
vom heiligen Hubertus eine wesentliche Rolle spielt. Jetzt wechselten wir die Richtung und
gingen nach Norden weiter, in der unser heutiges Ziel, Gmünd, lag. Wieder
ging es an mehreren Fischteichen vorbei und nach dem Fuchsteich kamen wir an
den Stadtrand von Gmünd. Nach einem
kurzen, steilen Abstieg kamen wir zum Braunaubach
und überquerten diesen auf einer vor kurzem neu errichteten Holzbrücke.
Dieser Teil des Tales nennt sich
„Malerwinkel“, da der Braunaubach hier durch eine
idyllische Landschaft fließt. Kurz danach erreichten wir die Stadt
Gmünd, deren Gründung im 12. Jahrhundert erfolgte.
Sehenswerte alte Gebäude findet man
noch heute am schön restaurierten Stadtplatz, so z. B. einige Sgraffitohäuser aus dem 16. Jahrhundert, bzw. …
… das Alte
Rathaus mitten am Hauptplatz, das auch aus dieser Zeit stammt
An der Nordostecke des Hauptplatzes
befindet sich die Pfarrkirche St. Stephan, die ursprünglich im 12. und 13.
Jahrhundert im romanischen Stil als Teil der Stadtmauer errichtet wurde.
Ehe wir unser Quartier im „Goldenen
Stern“ bezogen, gönnten wir uns noch
„Waldviertler Mohnzelten“, eine aus Kartoffel und Mohn zubereitete
Köstlichkeit.
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3. Etappe 9.5.2013 (20,8 km) Gmünd – Heidenreichstein
Blauer Himmel und Sonnenschein begrüßte uns am Morgen der 3. Etappe.
Über den Stadtplatz ging es wieder
hinunter zum Braunaubach und nach Grillensteir beginnt die berühmte Blockheide,
ein Naturpark, in dem es zahlreiche riesige Granitblöcke gibt.
Es handelt sich dabei um eine
Ansammlung von oft bizarr geformten Restlingen,
Blockburgen, Findlingen und Wackelsteinen, …
… ein Überbleibsel des einstigen
Hochgebirges der Böhmischen Masse, durch Wollsackverwitterung entstanden. Einige davon haben die Fantasie der
Menschen zu Namensgebungen wie Pyramide, Pilzstein, Opferschale oder Brotlaib
angeregt. Auch zahlreiche Märchen
ranken sich um die Steine. So besagt eine Legende, dass Gott nach der
Erschaffung der Welt vom Manhartsberg nach Westen
gewandert sei und dabei die umliegenden Steine in einem Tuch aufgesammelt
habe. In der Gegend der Blockheide
sei dieses Tuch so schwer geworden, dass es riss und die Steine überall durch
die Gegend auseinander rollten. Da Gott schon müde war, beschloss er, nach
Hause zu gehen und die Steine liegen zu lassen.
Unser Weg führte uns weiter durch Eibenstein, vorbei am Forsthaus Ludwigsthal,
nach Eugenia, wo wir wieder den Flusslauf des Braunaubaches
kreuzten.
Wieder im Wald, rasteten wir bei der
Hubertuskapelle, gingen weiter in nördlicher Richtung und kamen kurz vor Amaliendorf nochmals bei einigen interessanten
Felsformationen vorbei. Ab hier gingen wir ein paar Kilometer
auf Asphalt durch die Orte Amaliendorf, Oberaalfang
und Wielandsberg, passierten den Meinhartswald und erreichten beim Kaltenbachteich
das Industriegelände von Heidenreichstein.
Nachdem wir den Ort Kleinpertholz durchquert hatten, sahen wir auch schon die
Wasserburg Heidenreichstein, ….
…. die als Wahrzeichen von
Heidenreichstein gilt und schon vor Jahrzehnten als Motiv für die
10-Schilling-Marke gedient hat.. Der Markt entstand ebenso wie die
Burg in den letzten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts und entwickelte
sich im 19. und 20. Jahrhundert zu einem Gewerbegebiet, in dem sich vor allem
Spinnereien, Webereien und Strickereien ansiedelten.
Am schön gestalteten Stadtplatz
gönnten wir uns eine Pause, ehe wir noch zu einem kleinen Rundgang durch den
Ort aufbrachen. |
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4. Etappe 10.5.2013 (16,9 km) Heidenreichstein – Waidhofen an der Thaya
Gestärkt von
einem ausgiebigen Frühstück ging es vom Stadtplatz zunächst hinunter zur ….
….Wasserburg
und danach …
… auf der
andere Seite wieder hinauf in den Gemeindewald.
Vorbei am Gan
schönen, gepflegten Höfen ging es weiter, bis wir , ….
… an den 34
Hektar großen Winkelauer Teich kamen, der ebenfalls
der Fischzucht dient. Kurz danach erreichten wir bei
Schwarzenberg den höchsten Punkt der heutigen Etappe, ehe es wieder talwärts
nach Artholz und Buchbach ging. Hier überschritten wir die
Europäische Wasserscheide, denn ab jetzt fließen die Bäche nicht mehr zur
Nordsee, sondern ins Schwarzes Meer. Bei Brunn ging es wieder ein wenig
aufwärts, vorbei an zwei Wasserreservoiren, bis wir in der Ferne unser
heutiges Etappenziel, ….
…. Waidhofen an der Thaya erblickten. Obwohl wir nun schon 4 Tage am Thayatalweg
unterwegs waren, hatten wir noch immer nicht die Thaya gesehen, jedoch ab
heute wanderten wir im Thayatal, jetzt kann der Fluss nicht mehr weit sein. Damit endete der 1. Teil unserer
Wanderung am Thayatalweg, der uns im 2. Teil bis nach Retz führen wird.
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5. Etappe 4.6.2013 (16,6 km) Waidhofen a.d.Thaya –
Dobersberg
Der zweite Teil unserer Wanderung am
Thayatalweg stand unter starkem Einfluss einer soeben vorbeigegangenen
signifikant langen und kräftigen Regenperiode. Während die Anrainer von Donau und
Elbe unter einem neuerlichen „Jahrhunderthochwasser“ leiden mussten, war die
Thaya vom Hochwasser weniger stark betroffen. Dennoch sollte der Weg bis kurz vor
Retz nass, morastig und an einigen Stellen sogar unpassierbar sein – doch
dazu später.
Wir starteten unsere Wanderung bei
Nieselregen und besuchten zunächst einmal die an der höchsten Stelle des
Stadtgebietes (510 m Seehöhe) errichtete Stadtpfarrkirche „Maria
Himmelfahrt“.
In ihr
befindet sich neben dem schönen, marmorierten Hochaltar ….
…. auch die
größte Orgel des Waldviertels, die schon 1729 erbaut und 2007 restauriert
wurde.
Am Hauptplatz befindet sich in zentraler
Position das in seinem Ursprung aus dem späten 16. / beginnenden 17.
Jahrhundert stammende Rathaus, welches in früheren Jahren als Schüttkasten
Verwendung fand.
Eine am Rathaus angebrachte
Gedenktafel beinhaltet eine Stadtchronik, in der die wesentlichen Ereignisse
der Stadt aufgelistet sind Obwohl wir nun schon den fünften Tag
am Thayatalweg unterwegs waren, gelangten wir erst jetzt bei der Sixmühle zum ersten Mal ans Ufer der Thaya.
Aufgrund der Regenfälle der
vergangenen Tage führte die Thaya Hochwasser, der Weg war aber problemlos
passierbar.
Nach einigen
Kilometern kamen wir nach Thaya und besuchten den renovierten Karner der
Kirche.
In diesem befinden sich einige Schädelknochen
und andere Gebeine, sowie hunderte kleine Partezettel der in den vergangenen
Jahren verstorbenen Bürger der Gemeinde. Bei der Stegmühle überquerten wir
wieder den Fluss, verließen das Flussufer und gingen durch den Rehbergwald
weiter in nördlicher Richtung. Kurz vor Dobersberg, dem Ziel dieser
Etappe, ging der Weg über eine Wiese, die im Winter auch als Skipiste dient,
hinunter ans Ufer der Thaya.
Diesmal
hatten wir aber Pech, denn der Weg am Ufer war überschwemmt. Nach einem kleinen Umweg erreichten
wir Dobersberg, wo wir im Dobersbergerhof Quartier
bezogen.
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6. Etappe 5.6.2013 (24,2 km) Dobersberg – Raabs an der Thaya
Nur kurz nieselte es am Beginn der 6.
Etappe, die uns von Dobersberg zunächst nach Lexnitz
und dann weiter zur Radlmühle führte. Auf der Brücke, die hier die Thaya
überquert, befindet sich ein Hinweis, dass sich hier genau die Hälfte des
gesamten Thayatalweges befindet. Jetzt verließen wir wieder das Ufer,
und gingen bei Schuppertholz und dem Wartbühel vorbei nach Hohenwarth
und Münchreith. Bei der Gerhartsmühle
erreichten wir wieder das Ufer der Thaya.
Typisch für
diesen Abschnitt des Thayatalweges waren kurze,
aber steile An- und Abstiege.
Auf der Höhe eines dieser Anstiege hatten
wir einen schönen Blick auf die Thaya und konnten am nächsten Bergrücken
schon das Schloss Karlstein sehen.
In Karlstein legten wir eine
Mittagsrast ein und erfuhren aus der Stadtchronik, dass in dem auf einem
schmalen Felssporn errichteten Schlos im 19.
Jahrhundert eine Uhrenfabrik untergebracht war.
Unterhalb des Schlosses erinnert eine
kleine Skulptur daran, dass in früheren Jahren wandernde Händler mit den
Uhren auf Wanderschaft gegangen sind.
Nun wechselte der Weg mehrmals vom rechten
auf das linke Ufer der Thaya, passierte die zu einem Touristenzentrum
ausgebaute Liebnitzmühle und wurde bei der
Hahnmühle neuerlich unpassierbar. |
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7. Etappe 6.6.2013 (20,0 km) Raabs an der Thaya – Drosendorf
Am Beginn der siebenten Etappe gingen
wir zunächst am linken Ufer der Thaya entlang zum Jungfernstein, um den sich
einige Sagen ranken (Sage
1 , Sage
2).
Kurz danach führte der Weg den Berg
hinauf, bis wir nach einiger Zeit zur vorgelagerten Befestigunganlage
der Burg Kollmitz kamen, der um 1450 errichteten
„Böhmischen Mauer“.
Von hier sind es nur noch 300 Meter
bis zur imposanten Burgruine, die auf einem steilen Felssporn steht, ,,,,
,,,, der von
drei Seiten von der Thaya umgeben ist.
Unterhalb der Burg, am Ufer der Thaya
liegt der kleine Ort Kollmitzgraben, in dem heute
nur noch 29 Bewohner ständig wohnen. Hier gab es früher sogar noch eine
eigene kleine Volksschule, einen Greißler und es wohnten in diesem kleinen
Ort zahlreiche Dachdeckergesellen, die in den Sommermonaten bis nach Wien auf
Wanderschaft gingen um ihr Handwerk auszuüben. Nun ging unser Weg wieder einmal
hinauf zum Hadlitzberg und von dort wieder runter,
bis wir bei der Haidlmühle wieder die Thaya
erreichten.
Viele der zahlreichen Mühlen sind in
einem schönen, renovierten Zustand, wie z. B. die Oberpfinnigsteigmühl). Weiter ging der Thayatalweg durch Eibenstein und Primmersdorf,
wendet sich dort von der Thaya wieder ab und führt durch den Kobergraben auf die Anhöhe bei Autendorf. Zum letzten Mal mussten wir wieder
hinunter zur Thaya um danach den Gegenhang nach Drosendorf hinaufzusteigen.
Durch das Retzer Tor betraten wir die
kleine Stadt, die als einzige Stadt Österreichs von einer vollständig
erhaltenen Stadtmauer umgeben ist. Diese Stadtmauer entstand bereits im
13. Jahrhundert, als die Grafen von Pernegg ihren Sitz in die Burg Drosendorf
verlegten. Schon im Jahr 1278 konnte sich diese
Befestigungsanlage bewähren, als die Stadt 16 Tage lang dem Heer von König
Ottokar Premysl Widerstand leistete, bis dieser in der Schlacht fiel und die
Angreifer abzogen.
Sehenswert ist auch das Rathaus, das
ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert stammt. In den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts
wurde die dem Hauptplatz zugewandte Fassade umgestaltet und erhielt von
August Hoffmann gestaltete Sgraffiti. Dargestellt werden
unter anderem: · Stefan von
Maissau, der Drosendorf 1278 gegen Ottokar II. Přemysl
verteidigte, · der heilige
Martin als Schutzpatron der Stadtkirche, · Oswald von Eyczing für seine Beteiligung an der Errichtung der
Martinskirche und · eine
Ehrentafel für die Bürger, die ihrer Stadt ungenannt zu Diensten waren. (Quelle)
Ebenfalls am Hauptplatz befindet sich
die aus dem 16. Jahrhundert stammende „Rolandstatue“, einer der höchsten
erhaltenen Pranger in Österreich. Im Mittelalter wurden Rolande als
Zeichen bürgerlicher Freiheit in vielen Städten aufgestellt („Rolandstadt“).
Die Rolandsfigur galt als Sinnbild der Eigenständigkeit einer Stadt mit
Marktrecht und eigener Gerichtsbarkeit und damit der Freiheit. (Quelle) Nach einer ausgiebigen Rast fuhren
wir mit dem Bus ins ca. 12 Kilometer entfernte Geras, wo wir in einem zu
einem modernen Hotel umgebauten Schüttkasten aus dem 17. Jahrhundert Quartier
bezogen.
Geras ist bekannt für das 1153
gegründete Kloster, berühmt für seinen sehenswerten Marmorsaal mit dem
Deckenfresko vom Paul Troger und die Stiftskirche
..
Über dem ehemaligen Eingang in den
Schüttkasten erinnert die „Schüttkastenmadonna“ an die Errichtung des
Gebäudes im Jahre 1670.
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Etappe 7 a: 17.9.2015 (25,6 km) Geras – Drosendorf – Geras
2013 fehlte im Thayatalweg der
Abschnitt zwischen Drosendorf und Geras. Dieses Stück habe ich 2015
nachgeholt und bin von Geras nach Drosendorf und zurück gewandert.
Auf den
Feldern neben dem Wanderweg lagen schon die Kürbisse zur Ernte bereit.
Auf
Lichtungen im Wald stand das Gras fast mannshoch.
Vom
Galgenberg aus schaut man hinüber auf Drosendorf-Stadt.
Hier steht ein
Marterl mit einem wuchtig ausgeführten Jesus am Kreuz.
Zunächst führt der Weg aber hinunter
in Tal der Thaya nach Drosendorf-Altstadt, wo die dreischiffige Kirche aus
dem 17. Jahrhundert das Ortsbild prägt.
Oben am Hauptplatz steht die höchste
Rolandsäule (Pranger) im deutschsprachigen Raum. Sie stammt aus den 16.
(Sockel) bzw. 17 Jahrhundert.
Am Hauptplatz
befindet sich auch die dem hl. Martin geweihte Pfarrkirche aus dem 15.
Jahrhundert.
Hauptaltar in
der Kirche von Drosendorf-Stadt mit der Statue des hl. Martin.
Die vor
kurzem renovierte Dreifaltigkeitssäule stammt aus dem Jahr 1714.
1,7 km lang ist die Stadtmauer von
Drosendorf, die den gesamten Ort umschließt. Sie stammt ursprünglich aus dem
13. Jahrhundert, wurde aber im 16. und 17. Jahrhundert wesentlich verstärkt.
Der Rückweg führt
mich durch das Tal des Thumeritzbachs und vorbei an
der …
…
Wallfahrtskirche Maria Schnee, die im Jahr 1867 an Stelle einer älteren,
verfallenen Kirche errichtet wurde.
Einige Zeit
später erreiche ich wieder den Ausgangspunkt dieser Rundwanderung, Geras.
Die Stiftskirche wurde im 18.
Jahrhundert nach einem zerstörerischen Brand neu errichtet und in den Jahren
1990 bis 1994 umfassend renoviert.
Sehenswert ist der Hochaltar
mit einem Gemälde, auf dem der hl. Norbert, über den Regelvater
Augustinus,
von der Ordenspatronin Maria das Skapulier erhält. |
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8. Etappe 7.6.2013 (20,9 km) Geras – Hardegg
Auf der 8. Etappe des Thayatalweges waren keine wesentlichen Steigungen zu
überwinden.
Auf einer
Seehöhe von ca. 450 Metern führte der Weg von Geras durch dichten, ….
… morastigen
Wald zum Jägerkreuz und durch den Ort Langau.
Nachdem wir die durch den Braunkohleabbau
Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen Bergwerksseen - heute ein
Freizeitzentrum – passiert hatten, näherten wir uns dem Ort Riegersburg,
bekannt durch das gleichnamige Schloss. Ursprünglich stand hier eine
Burg, die später im 16 Jahrhundert zu einem Wasserschloss umgebaut wurde, die
ab dem 17. Jahrhundert mehr und mehr verfiel. Im 18. Jahrhundert ließen die neuen
Eigentümer das verfallene und unbewohnbare Schloss von Grund auf umgestalten
und erweitern.
Vorbei an einem schön restaurierten
Bildstock auf dessen Pfeiler ein
Relief mit einigen Marterwerkzeugen zu sehen ist, führte uns der Weg durch
den kleinen Ort Felling, in der sich die einzige
Perlmuttdrechslerei Österreichs befindet. Bald danach erreichten wir den
Nationalpark Thayatal, ehe es auf den letzten Kilometern wieder hinunter ans
Ufer der Thaya in die kleinste Stadt Österreichs, Hardegg, ging.
Überragt wird die Stadt von der Burg
Hardegg, die schon aus dem 12. Jahrhundert stammt und heute denselben
Besitzer wie das Schloss Riegersburg hat.
Nur noch 80 Einwohner haben heute
ihren Hauptwohnsitz in Hardegg, das einige Jahrzehnte durch seine exponierte
Lage direkt am „Eisernen Vorhand“ einen
wirtschaftlichen Abstieg erfuhr.
Damals lagen auf der Stahlbrücke, die
in Hardegg über die Thaya führt, keine Holzbretter. Man konnte hier den Fluss
nicht in die CSSR überqueren. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde
die Brücke 1990 wieder eröffnet. Dieser Umstand, sowie die Errichtung des
Nationalparks Thayatal auf beiden Seiten der Thaya und der Beitritt
Tschechiens zu EU hatte zur Folge, dass der Fremdenverkehr in Hardegg wieder
an Bedeutung zugenommen hat. In einem Haus am Mühlbach nahmen wir
Quartier und ließen uns vom Rauschen der Thaya in den Schlaf wiegen. |
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9. Etappe 8.6.2013 (20,3 km) Hardegg – Retz
Bis zum Abend des Vortages war der
Thayatalweg am Ortsende von Hardegg wegen Hochwasser gesperrt, am Morgen der
9. Etappe war die Sperre jedoch aufgehoben. Es sollte dennoch an einigen Stellen
sehr nass und auch schwierig werden.
Gleich nach Hardegg schlängelt sich
der Weg knapp neben der Thaya durch den Wald und ….
…. manchmal mussten wir einen Umweg
durch den Wald machen um überschwemmte Stellen zu umgehen.
Umgestürzte Bäume erhöhten an manchen
Stellen unseren Weg die Schwierigkeiten .…
…. und so war der Uferweg bis
zum Überstieg am Umlaufberg kein
leichter Spaziergang.
Nach dem kurzen, aber steilen
Aufstieg wurden wir dann auf der Anhöhe des Umlaufbergs mit einer traumhaften
Aussicht auf das Tal der Thaya belohnt. Vom Überstieg ging es noch ein
letztes Mal hinunter zur Thaya und entlang des Flusses bis zur Mündung des Kajabaches.
Im Schatten spendenden Wald
schlängelte sich der Weg dem Bach entlang, bis wir nach kurzer Zeit zur
Burgruine Kaja kamen. Wir gönnten uns im Hof der schon aus
dem 12. Jahrhundert stammenden Burg eine kurze Trinkpause und gingen danach
weiter den Bach entlang auf einer breiten Forststrasse
durch das Kajarevier. Der Weg führte bei Niederfladnitz vorbei nach Hofern,
wo wir schlagartig, innerhalb eines kurzen Wegstückes den großen Unterschied
in der Flora des Wald- und des Weinviertels erlebten.
Plötzlich
führte unser Weg durch Weingärten und Trockenwiese ….
…. und
unterhalb des Parapluibergs sahen wir schon die
Retzer Windnühle Die Retzer Windmühle ist eine der
letzten funktionsfähigen Windmühlen Österreichs. Sie wurde 1855 an der Stelle
einer älteren Holzwindmühle errichtet, in der schon seit 1773 Getreide
gemahlen wurde. Die Mühle ist 13 Meter hoch und der Durchmesser des
Flügelkreuzes beträgt 25 Meter.
Von hier hat man auch einen schönen
Blick auf Retz und das sich dahinter bis zum Horizont ausbreitende
Weinviertel. Die mittelalterliche Stadt hat sich
durch die Jahrhunderte ihr Flair erhalten, die schönen Gebäude der Stadt
wurden vorbildlich restauriert. Erwähnenswert ist vor allem das
Rathaus (14), welches das Stadtbild beherrscht. Es handelt sich dabei um eine
im 16 Jahrhundert umgebaute Kirche, bei der das Dach des Langhauses
abgetragen und im Inneren eine Zwischendecke eingezogen wurde.
Rund um den Hauptplatz stehen
zahlreiche schöne Prachtbauten, wie z. B. das ebenfalls aus dem 16.
Jahrhundert stammende, zinnenbekrönte Verderberhaus. Hier emdet unsere 201 km lange
Wanderung am Thayataalweg
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